Baital pachisi
oder: Baital Pachchisi


Klassische altindische Textsammlung, gilt als Vorgänger von »Tausendundeine Nacht« und geht auf die etwa 2000 Jahre alte Sanskritvorlage »Vetalapancavimsati« (»Vetala Panchvimshati«, 25 Geschichten um einen Dämon/Geist) zurück, die manchen als Beginn der westlichen Literatur gilt und wohl auf alten Hindu-Legenden beruht.

In der Rahmenhandlung muss sich der legendäre König Wikramaditja/Wikram/Vikram mit einem bösartigen Einsiedler und einem Baital, einem indischen Vampir (Vetala im Sanskrit), auseinandersetzen, der ihm zahlreiche Horrorgeschichten erzählt.

Mit dem König ist wahrscheinlich der legendäre Vikramaditya, Herrscher der indischen Stadt Ujjain, gemeint, der, wenn es ihn denn gab, wohl im 1. Jhdt. v. Chr. regierte und als ebenso weise wie tapfer und stark gilt; viele indische Könige haben seinen Namen später als Titel angenommen, so auch der berühmte Gupta-König Chandragupta II. Vikramaditya (regierte Indien von etwa 375 bis um 414).

Der Vampir weist bereits zahlreiche verblüffende Ähnlichkeiten mit unserem »modernen« Blutsauger auf, auch wenn er zunächst an einem Baum hängt und wie eine etwa 1,50 Meter große Mischung aus Mensch und Fledermaus wirkt. Er bewohnt und belebt tote Körper und nimmt gerne Blut zu sich.

Die teilweise englische Übersetzung von Sir Richard Burton ist im Internet zu finden.

Literatur:

Baar, Adrian: Erzählungen eines indischen Vampirs, nach der klassischen altindischen Textsammlung »Baital Pachisi« – Frankfurt/Main: Fischer-Taschenbuch-Verlag 1977

Burton, Richard Francis und Isabel Burton (Hrsg.): Vikram und der Vampir. Klassische Hindu-Erzählungen über Abenteuer, Magie und Romanze – Leipzig: Bohmeier 2005